Sieger des Ranglistenturnier 2014
Adrian Obert gewinnt kampflos das Finale

Der Tennisclub Ringsheim stand am Pfingstwochenende vollkommen im Mittelpunkt des Tennissports in Baden. Mit der 11. Auflage wurde wiederum den zahlreichen Zuschauern ein Teilnehmerfeld vorgestellt, das Tennis der Extraklasse versprach. Neben den Punkten für die deutsche Herrenrangliste motivierten auch die 2.000 Euro Sieger-Preisgeld zahlreiche Ranglisten-Spieler im an diesem Wochenende tropischen Ringsheim anzutreten.

Die gemeldeten Spieler versprachen auch ohne tropische Temperaturen heiße Matches. Mit dem Titelverteidiger Frank Wintermantel vom Aufsteiger in die 2. Bundesliga TC Weinheim und aktuelle Nr. 59 der deutschen Rangliste stand der Favorit an der Spitze der Meldeliste. Mit Denis Gremelmayr aus Heidelberg hatte auch die ehemalige Nr. 69 der Weltrangliste gemeldet, musste jedoch kurzfristig auf Grund von muskulären Problemen absagen. Aus der Region trat ein hoffnungsvolles Trio vom Regionalliga-Aufsteiger TC BW Oberweier mit Adrian Obert, Michael Tenzer und Philipp Bauer den Weg in Richtung Turniersieg an.

Mit Klaus Jank vom TC Schönberg Freiburg-St. Georgen stand ein weiterer aktiver Turnierspieler im Hauptfeld und versuchte durch ein gutes Turnierergebnis seine Ranglistenposition zu verbessern. Da die Wettervorhersagen schon seit Tagen auf tropische Verhältnisse hindeuteten, war allen Aktiven klar, dass die Physis entscheidend sein kann. Somit war es wichtig in der ersten Runde so wenig wie möglich Körner und Energie bei klaren Siegen zu verbrennen. Die Ergebnisse sprachen eine deutliche Sprache. Keiner der Favoriten gab sich eine Blöße, Überraschungen blieben aus. Einzig Philipp Bauer, der Student aus dem Oberweierer Trio siegte gegen den wesentlich besser klassifizierten und an Nr. 6 gesetzten Patrick Knobloch vom TC Weinheim. Dadurch kam es im Viertelfinale zu einem Duell mit seinem Mannschaftskameraden und Trainingspartner Adrian Obert. Ein Halbfinalist kam somit sicher aus Oberweier.

Auf das bevorstehende „Freundschaftsduell“ angesprochen, machten sowohl Bauer als auch Obert mit der Nr. 140 in Deutschland, Adrian Obert, einen eindeutigen Favoriten aus. Nach Spielende war das Viertelfinale mit 6:3, 6:0 eine klare Sache für Obert. Trotz heftiger Gegenwehr konnte Bauer den Vorhand-Express von Obert nicht ausschalten und bekam ein ums andere Mal seine Grenzen vom Jungprofi aufgezeigt. In zwei der weiteren Viertelfinals war die Gegenwehr gegen die Favoriten zu gering, so dass die Halbfinals mit wenig Energieverlust erreicht wurden. Einzig Klaus Jank wehrte sich gegen den an Position zwei gesetzten Nils Brinkmann deutlich über zwei Stunden in der brütenden Nachmittagshitze. Mit 6:4, 3:6, 6:3 ging ein rasantes Viertelfinale vor begeisterten Zuschauern zu Ende. Jank forderte Brinkmann in langen Ballwechseln alles ab, so dass der Jungprofi nach dem Match den einen oder anderen Muskelkrampf über sich ergehen lassen musste. Die Halbfinale versprachen am Pfingstmontag mit Wintermantel gegen Obert und Paqual Duttlinger (PSK Karlsruhe) – Brinkmann hochspannende Matches. Mit Spannung erwartete die fast aus den Nähten platzende Terrasse des TC Ringsheim das „vorgezogene Finale“ zwischen dem Lokalmatador Adrian Obert und dem Titelverteidiger Frank Wintermantel. Hochmotiviert gingen beide Akteure den ersten Satz an und schenkten sich keinen Raum. Der Spielrhythmus des Gegners sollte sich nicht entwickeln können. Schnelle Vorhandpeitschen wechselten regelmäßig mit rhythmusbrechenden Rückhand-Slice-Duellen. Mit 7:5 behielt Obert am Ende die Oberhand im ersten Satz und die Szenenkenner sagten voraus, dass der Sieger des ersten Satzes auch der Sieger des Matches sein wird. Kenner heißen nicht umsonst so, denn sie behielten Recht. Mit 6:1 war der zweite Satz eine klare Sache für den neuen Favoriten. Der König ist raus, es lebe der König.

Im zweiten Halbfinale beharkten sich Brinkmann und Duttlinger nur kurz. Dann setzte sich die enorme Fitness der Nr. 2 des Turniers durch und führte zu dem klaren Ergebnis von 6:2 und 6:2. Duttlinger fand während der zwei Sätze keine taktische Variante Brinkmann aus der Reserve zu locken oder mit überraschende Spielzügen entscheidend zu Punkten. Kenner unkten dabei, ob des großen physischen Einsatzes von Brinkmann. Manche Körner hätte er sich lieber aufbewahren können. Aber das Erreichen des Finals eines Herren-Ranglistenturniers der Kategorie C in Deutschland bringt nicht nur etwas mehr als den Auslagenersatz sondern auch schon eine Menge Ranglistenpunkte.

Pünktlich kurz vor 15 Uhr füllten sich die Zuschauerplätze und es hing nicht nur die Hitzeglocke über Ringsheim sondern ebenfalls auch eine ungeheure explosive Spannung über dem Platz 1 der Ringsheimer Tennisanlage. Die Meinungen gingen weit auseinander, gewinnt Obert trotz der Erwartungen des Umfeldes das erste Mal die Kahlenberg OPEN oder wird bei der Hitze nur die Physis und der Wille sich zu Quälen obsiegen. 14.49 Uhr offenbarte sich, dass alles falsch war. Nils Brinkmann musste zu diesem Zeitpunkt der Turnierleitung und dem Oberschiedsrichter nach einem Aufwärmversuch mitteilen, dass er nicht in der Lage ist das Finale zu bestreiten. Somit stand Adrian Obert vom TC BW Oberweier ohne das Endspiel spielen zu können als Sieger der Kahlenberg OPEN 2014 fest. Die muskulären Probleme Brinkmanns konnten trotz des Wirkens des Turnier-Physios nicht überwunden werden, ohne dass die Gefahr von größeren Verletzungen bestand. Mit deprimierter Mine entschuldigte er sich vor den zahlreichen Zuschauern und bat um Verständnis, dass er durch eine mögliche Verletzung nicht seine Mannschaft in Lorsch im Stich lassen möchte. Adrian Obert nahm anschließend den Siegerscheck über 2.000 Euro vom 1. Vorsitzenden des TC Ringsheim Ulrich Wieber in Empfang. Ebenfalls etwas gerührt ob der überraschenden Entwicklung ließ er sportlich die Zuschauer wissen, dass er lieber auf dem Platz die Entscheidung selbst in die Hand genommen hätte. Respekt an beide.

Damit ging wiederum eine außergewöhnliche Auflage der Kahlenberg OPEN zu Ende. Tropische Temperaturen und ein Endspiel das nicht gespielt werden konnte. Mit Adrian Ober einen verdienten Sieger, der in einem rasanten Halbfinale den Titelverteidiger entthronte und selbst den Thron bestieg. Ein besseres Omen für die erste Saison in der Regionalliga kann es nicht geben.

 

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